„Wer nicht weiß woher er kommt, weiß nicht wo er steht, und wer seinen Standort nicht kennt, der vermag auch keine Perspektive zu entwicklen.“

Diese Weisheit begleitet den Ortsverband der Freien Wähler nicht nur seit dessen Feier zum 40jährigen bestehen im Jahre 1988, sondern bereits seit deren Gründung in Pfullendorf im Jahr 1948. Um daher dem interessierten Leser die Möglichkeit zu geben, etwas mehr über die Freien Wähler in Pfullendorf zu erfahren, sei an dieser Stelle die Geburtsstunde der Freien Wähler in Pfullendorf kurz dargestellt.

Schauen wir als zurück. Der 2. Welkrieg, drei Jahre zuvor zu Ende gegangen, hatt auch von der Pfullendorfer Bevölkerung ungeheuere Opfer gefordert und ein Ende der Entbehrungen war noch lange nicht in Sicht. Pfullendorf zählte damals ca. 3.000 Einwohner. Es fehlte vor allen Dingen an Arbeitsmöglichkeiten und an Wohnungen. An die Lösung anderer kommunaler Probleme wie Straßenbau, Kanalisation oder Kindergartenbau war überhaupt nicht zu denken. Mit Skepsis stand der Bürger jeglicher Entwicklung gegenüber, denn für sehr viele war nach Krieg und Gefangenschaft der „Ohne – mich – Standpunkt“ vorherrschend. Dennoch bewegte die Politik „vor der Haustüre“ tatkräftige Mitbürger, was schließlich bereits kurz nach Kriegsende zur Gründung der Freien Wählervereinigung Pfullendorf führte.

Dies fand ganz offiziell am Samstag dem 9. Oktober 1948 aufgrund der bevorstehenden Gemeinderatswahlen  im Gasthaus „Zur Grünen Burg“  statt. Nur einige Tage später, am 19. Oktober 1948, begannen die Freien Wähler – als Gegengewicht zu den bereits zu dieser Zeit etablierten bzw. sich etablierenden Parteien SPD und CDU – sodann mit öffentlichen Veranstaltungen. Schwerpunktthemen dieser ersten öffentlichen Versammlung waren die Beschränkung der Niederlassungsmöglichkeiten von Industrieunternehmen, sowie die Verbesserung des Bau- und Wohnungsmarkt.

Dieses Engangement machte sich sodann auch bei den ersten im Bezirk Pfullendorf durchgeführten Gemeinderatswahlen bemerkbar. Bei diesen wurden die Kandidaten Netzel Josef, Schorpp Frank, Schnopp Ferdinand und Wörz Paul gewählt. Die Freien Wähler führten somit vor der CDU mit 3 und der SPD mit 1 Sitz. Josef Netzel wurde für die Freien Wähler zum Bürgermeister-Stellvertreter. Die Freien Wähler waren somit geboren und sollten sodann die daraufhin folgenden Jahrzehnte immer die Geschicke der Stadt Pfullendorf mitentscheiden.


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